In Nesselnbach wird ab Herbst CO2 verflüssigt

23. Februar 2022 11:33

Baden/Nesselnbach AG - Die Regionalwerke Baden und Recycling Energie bauen in Nesselnbach eine Anlage zur Verflüssigung von CO2. Insgesamt 90 Prozent des bei der Rohgasherstellung anfallenden CO2 werden aufgefangen. Die Anlage soll im Herbst in Betrieb gehen.

Die Regionalwerke AG Baden (RWB) und die Recycling Energie AG bauen in Nesselnbach eine Anlage zur Verflüssigung von CO2. Das bei der Reinigung von Rohgas anfallende Kohlenstoffdioxid wird laut Medienmitteilung dann nicht mehr in die Atmosphäre geblasen, sondern vom Methan getrennt und verflüssigt. Das CO2 wird dann abgefüllt und zur industriellen Verwendung verkauft, etwa zur Herstellung von Trockeneis, in der Medizinaltechnik oder als Kohlensäure für Getränke.

Die Regionalwerke AG Baden und die Recycling Energie AG mit Sitz in Nesselnbach haben für das Projekt 2021 die CO2 Energie AG gegründet. Der Bau der Anlage startet im Frühjahr. Die Produktion soll im Herbst beginnen. „Mit dieser Anlage leisten wir Pionierarbeit. In der Schweiz wurden meines Wissens bisher keine vergleichbaren Projekte umgesetzt, in welchen CO2 als Produkt im Fokus steht und verkauft wird“, wird Philippe Lehmann, Geschäftsführer der CO2 Energie AG und Projektleiter bei RWB, zitiert.

Die neue Anlage wird in den bestehenden Stahlbau der Biogasaufbereitungsanlage integriert, wo aus Speiseresten und Lebensmittelabfällen Gas gewonnen wird. Die Recycling Energie AG stellt dort Rohgas her, welches durch RWB veredelt und als Biogas ins Gasnetz eingespeist wird. Die neue Anlage ist laut Medienmitteilung sehr gross, mit der Kernanlage in Grösse eines Schiffscontainers, zwei zwölf Meter hohen Waschtürmen und zwei zwölf Meter hohen Tankbehältern. Von dort wird das aus dem Reinigungsprozess gewonnene CO2 vom Industriegasunternehmen Messer Schweiz AG aus Lenzburg AG abgeholt und auf dem nationalen CO2-Markt verkauft.

„Mit der neuen Anlage können wir rund 90 Prozent des anfallenden CO2 auffangen. Das sind jährlich bis zu 3000 Tonnen CO2“, wird Lehmann weiter zitiert. gba 

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