Erfinder des Jahres demokratisieren Krebstherapie

17. Januar 2022 10:30

Dättwil/Baden AG - Drei Mitarbeitende von Varian, einem Unternehmen von Siemens Healthineers, sind als Siemens-Erfinder des Jahres 2021 ausgezeichnet worden. Sie machen die adaptive Strahlentherapie für breite Bevölkerungsschichten verfügbar.

Tobias Gass, Tomasz Morgas und Christopher Boylan vom Varian Medical Systems Imaging Laboratory, einem Unternehmen von Siemens Healthineers, sind die Siemens-Erfinder des Jahres 2021. Sie sind in der Kategorie Outstanding Invention (Englisch: herausragende Erfindung) für ihre ETHOS Therapy ausgezeichnet worden. ETHOS macht die adaptive Strahlentherapie in einem Standard-Behandlungszeitfenster möglich.

„Die ETHOS Therapy demokratisiert die moderne Krebsbehandlung durch effiziente Arbeitsabläufe, die durch Automatisierung ermöglicht und unterstützt werden“, erklärt Tobias Gass, Manager Treatment Session Adaption in einem Bericht von Siemens. Er und Morgas gehören dem Schweizer Varian-Team SHS Adaptive Solutions in Dättwil an. Boylan ist Teil der finnischen Varian-Tochter. Während sich die Kolleginnen und Kollegen in Baden um den Arbeitsablauf der Patientenmodellierung kümmerten, arbeiteten Boylan und sein Team in Helsinki an der Software zur Anpassung des Behandlungsplans in ETHOS.

Ein adaptiver Behandlungsplan berücksichtigt die täglichen Veränderungen im Organismus der Tumorkranken und passt die Dosisverteilung der Strahlentherapie an, während sie auf der Liege liegen. „Dies ermöglicht potenziell eine Verringerung der Behandlungstoxizität und eine bessere Tumorkontrolle“, so Produktmanager Tomasz Morgas.

Laut Siemens bestehen die „bahnbrechenden Verbesserungen“ von ETHOS in der Genauigkeit, Geschwindigkeit und dem intuitiven Zugang zur Technologie. „Wir sehen die ersten Anwender in Krankenhäusern, in denen adaptive Strahlentherapie bisher überhaupt nicht verfügbar war“, wird Morgas zitiert. „Und wir sehen auch die Art der Delegation von Befugnissen, die wir ermöglichen wollten: von Ärzten an Techniker. Das spart den Ärzten Zeit für Aufgaben, die ihr Fachwissen erfordern.“ mm

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