Genferseeregion verzeichnet meiste Wirtschaftsdelikte

15. April 2021 11:16

Zürich - Die öffentliche Hand war 2020 von Wirtschaftsdelikten am stärksten betroffen. Insgesamt 40 Prozent aller Delikte entfallen auf die Genferseeregion. Privatpersonen lösen Manager als zweitstärkste Tätergruppe nach dem organisierten Verbrechen ab. Das sind Ergebnisse eines Bericht von KPMG.

Wirtschaftsdelikte haben 2020 in der Schweiz einen Gesamtschaden von 355 Millionen Franken verursacht. Der grösste Anteil davon entfiel auf Steuerdelikte. Mit 20 von insgesamt 52 gerichtlich verhandelten Fällen waren öffentliche Institutionen besonders häufig Opfer von Wirtschaftsverbrechern. Das geht aus dem aktuellen KPMG Forensic Fraud Barometer hervor, das die Wirtschaftsberatungsfirma KPMG jetzt veröffentlicht hat.

„Ein Grossteil der Delikte, bei denen öffentliche Institutionen betroffen sind, sind Fälle von (Sozial-)Versicherungsbetrug“, wird KPMGs Forensikchef Anne van Heerden in einer Medienmitteilung zitiert. „Auch Geldwäscherei, ungetreue Geschäftsbesorgung und Steuerbetrug haben wir 2020 im Vergleich zu anderen Delikten relativ häufig gesehen.“

Von Wirtschaftskriminalität besonders stark betroffen war die Genferseeregion. Auf sie entfielen 40 Prozent der Delikte und über ein Drittel der Schadenssumme. Auf Platz zwei folgen die Regionen Zürich und Ostschweiz. In der Nordwestschweiz und im Tessin wurden nur je ein beziehungsweise zwei Wirtschaftsverbrechen begangen. Hatte sich im Vorjahr noch die Zahl der Manager unter den Tätern verzehnfacht, landeten 2020 die Privatpersonen auf Rang zwei der Tätergruppen. Die meisten Wirtschaftsdelikte werden nach wie vor von gewerbsmässigen Betrügern begangen.

Die Rangliste der Häufigkeit bestimmter Delikte führt Ungetreue Geschäftsbesorgung mit zehn Fällen an. Mit über 93 Millionen Franken vereint jedoch Steuerbetrug die höchste Schadenssumme auf sich. mm

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