Kleine Privatbanken geraten weiter unter Druck

31. August 2021 12:55

St. Gallen - Für kleine Privatbanken wird das Marktumfeld zunehmend schwieriger. Ihr Umsatz brach im Corona-Jahr ein, ihre Zahl nimmt weiter ab. Dagegen erwiesen sich grosse Privatbanken als widerstandsfähiger. Das zeigt die aktuelle Privatbankenstudie von KPMG und Universität St.Gallen.

Die Konsolidierung im Privatbanksektor schreitet weiter voran. Die Zahl der in der Schweiz tätigen Privatbanken hat sich von Anfang 2020 bis heute von 101 auf 96 reduziert. Nach Abschluss der bereits angekündigten Transaktionen werden es Ende dieses Jahres noch 93 sein. 2011 gab es noch 158 Privatbanken. Das geht aus der aktuellen Privatbankenstudie von KPMG und Universität St.Gallen hervor.

„Unserer Ansicht nach besteht nach wie vor ein grosser Konsolidierungsbedarf, insbesondere bei kleineren und mittelgrossen Privatbanken“, wird Bankenexperte und KPMG-Partner Christian Hintermann in einer Medienmitteilung zitiert. Die Studienautorinnen und -autoren erwarten, dass sich die Anzahl der Privatbanken „mittelfristig um ein weiteres Viertel reduzieren wird“.

Den kleinen Privatbanken setzen vor allem tiefe Zinsen, Digitalisierung und zunehmende Regulierung zu. Ihr Umsatz ist im Corona-Jahr um 12,8 Prozent eingebrochen. Dagegen konnten grosse Privatbanken ihren Umsatz um 0,8 Prozent steigern. Mittelgrosse Privatinstitute mussten einen Umsatzrückgang von 7,2 Prozent hinnehmen. 95 Prozent des Nettoneugelds wurde von sieben der grössten Privatbanken generiert. „Der beachtliche Neugeldzufluss in den letzten zwei Jahren ist ein äusserst ermutigendes Zeichen für die Branche und für die Schweiz als führender Finanzplatz im Private Banking“, so Philipp Rickert, Leiter der Financial Services von KPMG Schweiz.

Die Ausrichtung auf nachhaltige Anlagen (ESG) werde zwar auf 60 Prozent der Internetseiten angeführt. Jedoch werde dort und in den Jahresberichten nur bei 20 Finanzinstituten deutlich, dass ESG eine wichtige strategische Priorität habe. mm

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