Schweiz punktet mit tiefen Unternehmenssteuern

01. Juli 2020 13:04

Zürich - Die Schweiz schneidet im internationalen Steuervergleich gut ab, zeigt ein Bericht von KPMG. Den tiefsten Gewinnsteuersatz weist der Kanton Zug auf. KPMG rät dennoch, dass sich die Schweiz auch verstärkt auf andere Standortfaktoren konzentrieren soll.

Das Beratungsunternehmen KPMG hat den Swiss Tax Report 2020 herausgegeben. In diesem vergleicht er die Gewinn- und Einkommenssteuersätze von 130 Ländern sowie allen 26 Schweizer Kantonen.

Die Rangliste von KPMG wird von den traditionellen Offshore-Domizilen Bahamas, Bahrain, Kaimaninseln und Dubai angeführt, in denen keine Gewinnsteuern erhoben werden. Hinter ihnen folgt Katar mit einem Gewinnsteuersatz von 10 Prozent. Gleich hinter Katar reiht sich bereits die Schweiz ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist der durchschnittliche Gewinnsteuersatz in der Schweiz von 17,1 auf 15,1 Prozent gesunken, was vor allem an den Steuersenkungen im Zusammenhang mit der Steuerreform liegt. Mit ihren tieferen Gewinnsteuersätzen konnte die Schweiz in diesem Jahr Hongkong und Singapur in der Rangliste überholen. 

Die Zentralschweizer Kantone verfügen nach wie vor über die tiefsten ordentlichen Gewinnsteuersätzen. Ganze vorne liegt neu der Kanton Zug mit einem Gewinnsteuersatz von 11,9 Prozent. Er konnte damit den Kanton Luzern (12,3 Prozent) überholen. Hervorgehoben wird auch die Entwicklung im Kanton Glarus, „der durch eine substanzielle Senkung des Gewinnsteuersatzes neun Plätze gut gemacht und sich neu unter den drei attraktivsten Steuerkantonen“ eingereiht hat.

Zug, Luzern und Glarus schneiden auch im europäischen Standortvergleich sehr gut ab. Sie belegen nach Guernsey (0 Prozent) und einigen südosteuropäischen Staaten die vordersten Plätze der Standorte mit tiefen Steuersätzen. Der Kanton Zug punktet auch bei der Besteuerung von Spitzeneinkommen und schafft es mit einem Satz von 22,4 Prozent unter die besten zehn Standorte in Europa.

„Tiefe Steuern reichen alleine aber nicht aus, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, betont KPMG in seiner Medienmitteilung. Die anbahnende Neuordnung der internationalen Unternehmensbesteuerung dürfte die Schweiz nämlich empfindlich treffen. Der Fokus auf andere Standortfaktoren werde damit immer wichtiger. ssp

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