Gerichte verhandeln mehr Fälle von Wirtschaftskriminalität

10. Mai 2022 14:58

Zürich - Insgesamt 68 Fälle von Kriminalität im Wirtschaftsbereich haben die Gerichte im vergangenen Jahr verhandelt. Das ist ein Viertel mehr als noch 2020. Auch der Gesamtschaden stieg deutlich an auf 567 Millionen Franken. Am häufigsten betroffen war die öffentliche Hand, wie das KPMG Forensic Fraud Barometer zeigt.

Die Gerichte haben sich dem neusten Forensic Fraud Barometer der Zürcher Beratungsgesellschaft KPMG zufolge im vergangenen Jahr mit 68 Fällen von Wirtschaftskriminalität befasst. Das ist ein Viertel mehr als noch im Vorjahr, heisst es in einer Medienmitteilung. Demnach liegt die Dunkelziffer deutlich darüber, da viele Fälle nicht angezeigt werden. Der Gesamtschaden lag bei 567 Millionen Franken. Das ist ein Anstieg um 37 Prozent gegenüber 2020.

Ein einziger Fall am Bundesstrafgericht in Bellinzona machte 300 Millionen Franken am Gesamtschaden aus. Auf Bellinzona fielen die grössten Fälle von Wirtschaftskriminalität, auf Zürich die meisten mit 22. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber acht Verhandlungen im Jahr 2020.  Damit löste Zürich die Genferseeregion ab, die 2020 mit 19 die meisten Fälle verzeichnet hatte und 2021 nur noch sechs.

Die häufigste Deliktart war mit 20 Fällen der Versicherungsbetrug. Im Jahr zuvor kamen nur acht solcher Delikte vor Gericht. Sie stehen im Zusammenhang mit unrechtmässig erlangten Corona-Krediten. „Wirtschaftskriminelle versuchen, neue rechtliche Rahmenbedingungen und Lücken im System sofort und gezielt für ihre Zwecke auszunutzen", wird Anne van Heerden, Leiterin Forensik bei KPMG, in der Medienmitteilung zitiert. ko

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